Der Gründungsimpuls

Veröffentlicht am Kategorisiert als Betriebsimpulse, Blogbeiträge, Unternehmer

Oder: vom Ursprung zum Manifest

Businesspläne können sich ändern, Strategien lassen sich anpassen – doch der wahre Kern eines Unternehmens bleibt: der Gründungsimpuls seiner Gründer.innen. Er spiegelt Motivation, Werte und Haltung wider und prägt damit die Identität des Unternehmens von Anfang an. Ein unternehmerisches Manifest macht diesen Kern sichtbar, verleiht Klarheit und Orientierung und verknüpft persönliche Beweggründe mit dem größeren Ganzen. Besonders in Zeiten des Wandels, bei nachlassender Motivation oder in der Nachfolgefrage bietet es wertvolle Impulse zur Neuausrichtung – und hilft, Zukunft im Einklang mit der ursprünglichen Idee zu gestalten.

Der Geistesblitz, aus dem ein Unternehmen wurde – oder: Warum gute Ideen selten beim Steuerberater entstehen

Hand aufs Herz: Die wenigsten Unternehmen entstehen, weil jemand morgens aufwacht und denkt: „Heute ist ein guter Tag für einen Handelsregistereintrag.“ Nein, der Anfang liegt meist ganz woanders – in einem Geistesblitz auf der Autobahn, beim dritten Cappuccino im Lieblingscafé oder beim nächtlichen Gespräch mit dem besten Kumpel. Und genau dieser Moment ist das, worüber wir heute sprechen wollen: der Gründungsimpuls.

Das ist der Urknall des Unternehmerdaseins – die eine Idee, die so elektrisierend war, dass sie Ihnen nicht mehr aus dem Kopf ging. Vielleicht wollten Sie endlich frei und kreativ arbeiten, Ihr Wissen weitergeben oder einfach den Beweis antreten, dass man Kinder und Karriere doch irgendwie unter einen Hut bekommt, ohne dass der Hut Feuer fängt.

Der rote Faden oder: Warum Chaos oft Methode hat

Was zunächst wie eine spontane Eingebung wirkt, ist oft mehr als nur ein netter Einfall. Der Gründungsimpuls ist nämlich nicht nur Startschuss, sondern auch Wegweiser – ob bewusst oder unterbewusst. Er zeigt sich in der Unternehmenskultur, im Führungsstil, manchmal sogar in der Bürogestaltung (offenes Konzept oder doch lieber Tür zu und Ruhe?).

Und ja – wenn es im Unternehmen hakt, lohnt sich manchmal ein Blick zurück. Vielleicht ist der ursprüngliche Impuls irgendwo zwischen E-Mail-Flut und Excel-Wahnsinn verloren gegangen. Eine ehrliche Rückbesinnung wirkt hier oft wie ein interner Reset-Button – ganz ohne IT-Support.

Und was mache ich hier eigentlich? – Die Unternehmerrolle im Wandel

Am Anfang ist man als Unternehmer.in meist Mädchen (oder Junge) für alles. Produktentwicklung, Buchhaltung, Kundensupport, Kaffeekochen – alles geht über den eigenen Schreibtisch. Aber je größer das Unternehmen wird, desto mehr Management-Aufgaben übernehmen das Ruder. Und spätestens dann stellt sich die Frage: Was will ich eigentlich noch selbst machen – und was lieber nicht mehr?

Spoiler: Es ist vollkommen in Ordnung, wenn Sie lieber strategisch denken als Rechnungen schreiben. Wichtig ist nur, dass Sie Ihre eigene Rolle klar definieren – für sich selbst und für Ihr Unternehmen. Und ja, auch das gehört in Ihr persönliches Manifest.

Sinn, bitte! – Warum Unternehmen mehr als nur Umsatz brauchen

Kunden, Mitarbeiter, Partner – alle wollen wissen: Warum gibt es dieses Unternehmen überhaupt? Und zwar nicht in der trockenen „Wir bieten XY für den Markt Z“-Version, sondern auf einer tieferen Ebene. Menschen sehnen sich nach Sinn, auch im Job. Wenn Ihr Unternehmen also mehr sein will als nur ein Umsatzgenerator, dann darf es auch Antworten auf Sinnfragen geben.

Ihr unternehmerisches Manifest ist der perfekte Ort, um diese Verbindung herzustellen: zwischen Ihrer persönlichen Motivation und dem gesellschaftlichen Nutzen Ihrer Arbeit. Das Ergebnis? Identität – nicht nur für Ihr Unternehmen, sondern auch für alle, die daran mitwirken.

Vom Samen zur Kastanie – und warum man keine Eiche draus machen sollte

Ein Unternehmen ist wie ein Baum: Am Anfang steht ein Samenkorn – Ihre Idee. Daraus wächst mit der Zeit etwas Großes. Aber: Aus einer Kastanie wird eben keine Eiche, egal wie sehr Sie sich anstrengen. Wer sein Unternehmen komplett neu erfinden will, ohne den Gründungsimpuls zu würdigen, riskiert, dass das Ganze irgendwann schief wächst oder eingeht.

Die bessere Strategie? Verstehen, was in Ihrer Gründungsidee angelegt ist – und daraus das Beste machen. Nicht umbauen, sondern weiterentwickeln. Nicht austauschen, sondern veredeln.

Wann sich ein Manifest lohnt – Spoiler: eigentlich immer

Ein unternehmerisches Manifest ist kein netter Schnickschnack für langweilige Sonntagnachmittage. Es ist ein echtes Power-Tool – besonders dann, wenn das Unternehmen gerade in eine neue Phase eintritt:
– Sie haben das Gefühl, dass die Luft raus ist?
– Die Unternehmenskultur entwickelt sich in eine Richtung, die Ihnen Bauchschmerzen bereitet?
– Oder ein Generationswechsel steht an, bei dem niemand so recht weiß, wie es weitergehen soll?

Dann ist der perfekte Zeitpunkt, das unternehmerische Manifest aus der Schublade zu holen – oder es überhaupt erst zu schreiben. Es schafft Klarheit, verbindet das Team auf einer tieferen Ebene und bringt frischen Wind in die Segel. Und: Es funktioniert auch wunderbar, wenn mehrere Gründer.innen beteiligt sind. Denn wer weiß – vielleicht zieht sich ja trotz aller Unterschiede ein gemeinsamer roter Faden durch Ihre Ideenwelt.

Zu guter Letzt

Gründen ist mehr als „Ich hatte da mal ’ne Idee“. Es ist ein Akt der Selbstverwirklichung, des Sinnstiftens und des Wachsens – mit Wurzeln und allem drum und dran. Ein unternehmerisches Manifest hilft Ihnen, diese Wurzeln zu erkennen, zu pflegen und daraus eine kraftvolle Unternehmenskultur zu entwickeln. Und mal ehrlich: Wer will schon eine Eiche sein, wenn man als Kastanie glänzen kann?

Über den Autor:

BETRIEBSIMPULSE
Mst.Mag. Wolfgang Strasser
Unternehmensberater

A-4040 Linz, Leonfeldner Straße 94d
+43 (0)664 / 4053748
office@betriebsimpulse.at
www.betriebsimpulse.at